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Aktuelles

 

Reader zur Hochschulreform

Frankfurter Studierende und Lehrende kritisieren neoliberalen Umbau

Unter dem Titel „Hochschule im Neoliberalismus. Kritik der Lehre und des Studiums aus Sicht Frankfurter Studierender und Lehrender“ erschien im Sommer 2010 ein DIN-A4-Heft mit aktuellen und grundsätzlichen Beiträgen. Entstanden ist die Redaktionsgruppe aus einer gemeinsamen Veranstaltung während des Bildunsstreiks im Dezember 2009. Einzelne Beiträge wurden im Rahmen des Bildungsstreiks 2010 auf mehreren Veranstaltungen präsentiert.

Der Reader ist auf den Seiten von www.bildungsstreik-ffm.de als pdf-Datei verfügbar.

(K)ein Sommermärchen

Soziologische Beobachtungen zur Fußball-Begeisterung und ihren Kosten

Frisch zur WM ist ein Sammelband erschienen, der sich aus soziologischer Perspektive mit Fußball-Großereignissen, Fanzonen, Sicherheit, Nationalismus und dem Kater nach der inszenierten Begeisterung beschäftigt: Torsten Heinemann und Christine Resch (2010) "(K)ein Sommermärchen: kulturindustrielle Fußball-Spektakel", Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster. Unter den Autoren finden sich mehrere aus dem links-netz bekannte Namen.

Hinweise auf anstehende Tagungen oder andere Dinge, die möglicherweise auf unsere Startseite gehören, bitte an redaktion@links-netz.de

Juli 2010

Organisierungsschwäche und relative Orientierungslosigkeit

Das sechste Europäische Sozialforum in Istanbul

Ulrich Brand

Im Mittelpunkt des sechsten Europäischen Sozialforums in den ersten Julitagen in Istanbul – nach Florenz 2002, Paris, London, Athen und Malmoe 2008 – stand natürlich die aktuelle Krise. Schwerpunkte waren die Wirtschafts- und Finanzkrise, dieses Mal besonders prominent die Klimakrise und, bedingt durch den Austragungsort, Energie- und Wasserkonflikte. Etwa 3000 Menschen aus unterschiedlichsten politischen Spektren und Unorganisierte nahmen teil. Im Vorfeld fand eine feministische Balkankarawane statt, die in eine bunte Auftaktdemonstration für Frauenrechte mündete, am Ende eine Abschlussdemo und die politisch wichtige Versammlung sozialer Bewegungen. ... weiterlesen 

Verrücktes Geld und die Theologen des Kapitalismus

Rudolf Walther

Geld ist ein besonderer Stoff. Karl Marx nannte Geld- und Kreditpapiere, also sozusagen alles, was heute auch unter „toxisch“ firmiert, „die Mutter aller verrückten Formen“. Nach kapitaler Logik wird das Mutternahe zwar privat gezeugt, aber im Krisenfall gehört der Kindersegen der Allgemeinheit. Das „Verrückte“ wird dem Volksvermögen zugeschlagen wie die Staatsschulden den Noch-Nicht-Geborenen als pränatale Mitgift. Das ist praktisch für die Erzeuger, weniger für deren Nachkommen. ... weiterlesen 

Krise? welche Krise? wessen Krise? – Metaphern und Modelle und was daraus folgt

Erster Akt (2008/09): Der Staat als Arzt am Krankenbett des Bankensystems

Heinz Steinert

Ökonomen können „die Krise“ mit ihrem ersten Höhepunkt in der Pleite der Lehman Brothers im Herbst 2008 und dem zweiten (zumindest in und für Europa) im Beinahe-Staatsbankrott Griechenlands im Frühjahr 2010 nicht befriedigend erklären. Es gibt genügend öffentliche Eingeständnisse, dass ein solches einmaliges Ereignis mit Hilfe von Rechenmodellen, die den Normalbetrieb von Kapitalismus fortschreiben, weder vorherzusehen noch zu erklären sei. Es gibt auch genügend öffentliche Vorführungen der Ratlosigkeit von sonst obergescheiten Wirtschaftsexperten, die Regierungen beraten und jetzt gerade nicht so genau wissen, was sie raten sollen. Und es gibt die scharf divergierenden „Erklärungen“, die von Experten verschiedener Schulen angeboten werden. ... weiterlesen 

If things had only got better

Ein Rückblick auf ,New Labour’

Alexander Gallas

Vielen BritInnen kommt wahrscheinlich eine seichte Dance-Pop-Nummer mit dem Titel Things can only get better in den Sinn, wenn sie sich an Nummer-Eins-Hits aus dem Jahr 1997 zu erinnern versuchen. Das war der Song, der die Wahlkampfkampagne der Labour Party für die Unterhauswahlen im selben Jahr beschallte. Nach einem eindeutigen Wahlsieg wurde Tony Blair Premierminister, und die führenden RepräsentantInnen der Partei nahmen nach 18 Jahren in der Opposition wieder auf den Regierungsbänken Platz. Es hatte eine neue Ära auf der britischen politischen Bühne begonnen, denn Labour gewann auch die folgenden zwei Unterhauswahlen – wiederum mit klarem Vorsprung. Das hatte die Partei in ihrer hundertjährigen Geschichte noch nie geschafft. ... weiterlesen 

Bildung ist unmöglich

Über Widersprüche bürgerlicher Bildungsvorstellungen

Thomas Gehrig

Zum Jahresende 2009 kam der Protest der Studierenden gegen die mit den Bologna-Reformen zusammenhängenden Studienbedingungen auch nach Frankfurt am Main. Gefordert wurde ‘Bildung für alle’. In Folge des Studierendenstreiks Ende 2009 wurde das Casino auf dem Campus Westend der Frankfurter Universität besetzt. Im Rahmen der Besetzung fanden verschiedene Veranstaltungen statt. Während der Zeit der Besetzung wurden Wände etc. des Gebäudes mit Farbe beschmiert und bemalt. Dies wiederum wurde zum offiziellen Anlass für die polizeiliche Räumung des Casinos. Eine Dramaturgie also, die wie geschaffen dafür ist, nochmals über den Zusammenhang von Universität und Bildung nachzudenken. ... weiterlesen 

Juni 2010

Der Grundkonsens ist bereits zerbrochen

Herrschaftsstrukturen und die gegenwärtige Staatskrise im Iran

Said Hosseini

Seit dem 12. Juni des letzten Jahres, dem Tag der manipulierten Präsidentschaftswahl, kommen die iranischen Straßen nicht zur Ruhe. Orientiert an offiziellen Fest- und Feiertagen historischen oder religiösen Ursprungs nutzen demonstrierende Frauen und Männer die Möglichkeit, im Windschatten offizieller Massenveranstaltungen gegen das Regime zu protestieren. Am 26. und 27. Dezember des letzten Jahres gingen wieder mal Zehntausende auf die Straße. So waren Teheran und einige andere Städte erneut Zeugen der blutigen Zusammenstöße zwischen den Protestierenden und den Spezialeinheiten der »Wächterarmee« (sepah) und der »Milizen« (basidsch). Es gab zahlreiche Verhaftungen und nach offiziellen Angaben acht tote Demonstranten. ... weiterlesen 

Gestern standen wir noch am Rande des Abgrunds – heute sind wir schon einen Schritt weiter

Ursachen und Folgen der herrschenden Krisenpolitik

Joachim Hirsch

Dass die aktuelle Krise die schwerste seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts darstellt, wird inzwischen kaum mehr bezweifelt. Und wie diese wird sie enorme politische und soziale Umwälzungen nach sich ziehen. Der globale Kapitalismus ebenso wie das Staatensystem werden, sollte die Krise nicht in einem Zusammenbruch enden, nicht mehr dieselben sein wie vorher. Die Regierenden aller Länder, nicht zuletzt die deutsche, arbeiten entschlossen daran, das Desaster weiter voranzutreiben. 2008, nach dem offenen Ausbruch der Krise wurde das vor der Pleite stehende Bankensystem durch die Staaten gerettet. Weil angeblich „systemrelevant”, wurden diejenigen aus dem Schlamassel gezogen, die das Desaster angerichtet hatten. Inzwischen machen die Geldhäuser wieder ordentliche Gewinne. Die Deutsche Bank verzeichnete jüngst sogar das beste Vierteljahresergebnis ihrer Geschichte. Die Folge dieses Vorgehens ist eine dramatische Staatsverschuldung, die nun von der Bevölkerung beglichen werden muss, sei es durch inflationäre Geldentwertung, eine verschärfte staatliche Sparpolitik oder beides. Der schöne Effekt für die Banken ist, dass der Staat für seine Rettungsaktionen bei ihnen genau das Geld leihen muss, das er ihnen zuvor zugeschoben hat und dafür natürlich auch noch Zinsen zahlt. ... weiterlesen 

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