Lockdown 2020

von Eva-Maria Krampe

„Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu verändern“ lautet der Untertitel des von Hannes Hofbauer und Stefan Kraft herausgegebenen Sammelbandes „Lockdown 2020“, der Beiträge einer Reihe von Wissenschaftler*innen und Publizist*innen aus Deutschland und Österreich enthält. Zentrale These der Herausgeber ist, dass die von den Regierungen veranlassten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf längere Sicht mehr zerstörerische Folgen haben werden als diese selbst.

Wie können Linke mit der Pandemie und der Corona-Politik umgehen?

von Andreas Wulf

Was in einer Zeit der Debatte von Notstandsgesetzen in den 60er Jahren zu massiven Mobilisierungen der Linken gegen diese autoritären Zumutungen führte, die damals nur „präventiv“ in Gesetze gegossen wurden, wird jetzt im Zuge des befürchteten Massensterbens und Überforderung des Gesundheitswesens zu einer notwendigen „Zumutung“, der wir uns alle gemeinsam zu stellen haben. Und uns bleibt scheinbar nichts übrig als abzuwarten?

Wie verstehen wir die Wahl 2020 in den USA?

von Margit Mayer (14.11.20)
Die Demokratische Partei hatte in den Vorwahlen Joe Biden als “sicherste Wette” gegen Trump hervorgebracht, doch statt des vorhergesagten Erdrutschsiegs verfolgte die Welt ein tagelanges Kopf-an-Kopf-Rennen, schlussendlich einen knappen Sieg für das Biden-Harris-Ticket, signifikante Verluste im Repräsentantenhaus, und die für sicher gehaltene Machtübernahme im Senat blieb aus – bislang, falls bei zwei Stichwahlen im Januar auf die Senatsposten für Georgia beide Demokraten siegen sollten, ergäbe sich ein 50:50 Ergebnis, also nur durch die Stimme der Vizepräsidentin Harris eine ”Mehrheit”.

Demokratie jenseits von Corona

von Roland Roth

Die Corona-Pandemie ist eine einschneidende gesellschaftliche Herausforderung, die alle Lebensbereiche tangiert. Dieser Beitrag thematisiert nur einen kleinen Ausschnitt. Zu den einschneidenden Erfahrungen in der Corona-Krise gehört, dass Bürgerbeteiligung und eine aktive Zivilgesellschaft – in besseren Tagen als Grundpfeiler einer vielfältigen Demokratie gefeiert – weithin unter die Räder geraten sind. Beide scheinen Schönwetter-Veranstaltungen, deren Produktivität in Krisenzeiten unter eingeschränkten Bedingungen und bei der Bewältigung unerwarteter Herausforderungen nicht gesehen wird.

Babacan, Errol (2020): Hegemonie und Kulturkampf. Verknüpfung von Neoliberalismus und Islam in der Türkei

Im vorliegenden Buch wird auf der Grundlage einer Feldstudie in zwei Großstädten der Türkei eine hegemonietheoretische Perspektive auf das von der Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) vorangetriebene Herrschaftsprojekt eingenommen. Zwei ineinander verschränkte Ziele leiten die Studie an: Ein Verständnis der sozio-kulturellen Dynamik und Stabilität des AKP-Projekts zu entwickeln und einen Beitrag zur internationalen Debatte um die Aktualität gramscianischer Hegemonietheorie zu leisten.